Sonntag, 10. März 2019

 #Islam_auf_deutsch Islam auf deutsch


Vom Nutzen der Prophetengeschichten

Die Geschichte des ersten Menschen, den ALLAH (SWT) erschuf, sollte uns heute als wichtige Lehre dienen. Denn was den vorausgegangenen Völkern und Gemeinschaften passiert ist, stösst auch uns heute zu. All die Prüfungen und Plagen, mit denen die Menschen zu kämpfen hatten und haben, sollten und sollen eine Gelegenheit für sie sein, ihren Glauben und ihr Vertrauen, ihre Demut, Dankbarkeit und Unterwerfung zu ihrem Schöpfer unter Beweis zu stellen. Und wir müssen wissen, dass die Sunnah ALLAHS (SWT) von Anfang an immer dieselbe war und sich bis zum Jünsten Tag auch nicht ändern wird. Das heißt, ALLAH (SWT) bietet uns im Koran anhand von Ereignissen und Gleichnissen Anhaltspunkte, wie wir uns in welchen Situationen verhalten sollen, er zeichnet uns sozusagen einen Weg vor, um ein vernünftiges Leben führen zu können, Seine Barmherzigkeit und Zufriedenheit zu erlangen und Seiner Strafe zu entgehen. Wer sich also am Beispiel der Propheten orientiert – denn diese waren rechtschaffene und gottesfürchtige Menschen, die den Weg ALLAHS (SWT) trotz aller Widrigkeiten beschritten haben – wird sich mit Hilfe ALLAHS (SWT) auch in schwierigen Situationen zurechtfinden und den Wirrungen des Lebens und den Einflüsterungen des Satans eher standhalten können als einer, der diese Gleichnisse missachtet, nach Gutdünken uminterpretiert oder ALLAH (SWT) sogar ganz leugnet.

ALLAH (SWT) hat die Menschen erschaffen, und Er überlässt die Menschen nicht einfach sich selbst, ohne Führung, ohne Leitfaden im Leben. So sandte Er viele Propheten zu den Menschen, die ihnen den rechten Weg zeigen sollten. Aus der islamischen Tradition sind uns nur wenige namentlich bekannt, aber verschiedenen Überlieferungen zufolge, waren es seit Anbeginn der Menschheit weit mehr als 124.000 Propheten und über 300 Gesandte; sie waren zugleich Warner und Froheboten für die Völker.

ALLAH (SWT) hat Sich Selbst – obwohl ER nichts und niemandem Rechenschaft schuldig ist – zur Gerechtigkeit gegenüber Seinen Geschöpfen verpflichtet! Zu Seiner Gerechtigkeit gehört es, dass Er ein ungehorsames Volk erst dann bestraft, nachdem ein Gesandter zu ihnen geschickt wurde, der sie warnen und auf den rechten Weg zurückbringen sollte. So sagt ALLAH (SWT) im Qur’an:

„Und Wir bestrafen nie, ohne zuvor einen Gesandten geschickt zu haben.“ (17/5)

Erst wenn dieses Volk trotz aller Warnungen in seinem Ungehorsam verharrt, bestimmt ALLAH (SWT) für sie eine gerechte Strafe. So geschah es z. B. mit dem Volk von Noah und dem Volk von Lot, möge ALLAHS Segen mit ihnen beiden sein. Der Qur‘an enthält noch viele weitere Prophetengeschichten, aus denen wir viel lernen können, wie ALLAH (SWT) sagt:

„Wahrlich, in ihren Geschichten ist eine Lehre für die Verständigen. Es ist keine erdichtete Rede, sondern eine Bestätigung dessen, was ihm vorausging, und eine deutliche Darlegung aller Dinge und eine Führung und eine Barmherzigkeit für ein gläubiges Volk.“ (12/111)

Die Geschichte Adams (as) ist die erste aller Geschichten, denn er ist der erste Mensch, den ALLAH (SWT) erschaffen hat.

Vom Beginn der Schöpfung

ALLAH, Der Erhabene, schuf den Thron, die 7 Himmel und die Erde, dann schuf er die Engel. Er schuf am Anfang auch das Schreibrohr (arabisch: „qalam“). Diesem befahl Er zu schreiben. „Was soll ich schreiben, o Herr?“, fragte das Schreibrohr. „Schreib die Dinge von Anbeginn auf!“, sagte ALLAH und von da an schrieb es, was ALLAH (SWT) ihm gebot. Alles, was je gewesen ist, jetzt ist und noch sein wird, wurde schon niedergeschrieben, als noch nichts existierte, außer dem, was ALLAH wollte. Dies ist aufbewahrt im „lauh al-mahfoth“, eine Art „wohlverwahrte Tafel“, die von den Engeln bewacht wird. Die Engel sind die ergebensten Diener ALLAHS, die jeden Seiner Befehle ausführen und Ihn ständig lobpreisen. Dieser Schöpfung folgten die Dschinn, und das 2000 Jahre vor den Menschen. Jedoch richteten sie Unheil auf Erden an, so dass ALLAH (SWT) die Engel beauftragte, sie zu richten und in entlegene Orte zu vertreiben.

Der erste Mensch wird erschaffen

So sprach ALLAH (SWT) zu den Engeln, dass Er ein neues Wesen, den Menschen, erschaffen werde:

„Und als dein Herr zu den Engeln sprach: „Wahrlich, Ich werde auf der Erde einen Nachfolger einsetzen“, sagten sie: „Willst Du auf ihr jemanden einsetzen, der auf ihr Unheil anrichtet und Blut vergießt, wo wir doch Dein Lob preisen und Deine Herrlichkeit rühmen?“ Er sagte: „Wahrlich, Ich weiß, was ihr nicht wisset.““ (2/30)

Er sprach dies und beauftragte einen Engel, Ihm ein Häufchen Erde zu bringen; dieser brachte Ihm darauf von jedem Teil der Erde ein wenig. Und deshalb sehen wir heute so viele Rassen und Typen von Menschen. Sie sind vielfältig in ihrer Erscheinung, weil ihr Schöpfer die Vielfalt liebt. So nahm ALLAH (SWT) diese Erde und formte damit den ersten Menschen, in bester Verfassung und Form. Dies geschah an einem Freitag, in der Zeit zwischen dem Assr- und dem Maghribgebet (Nachmittag und Abend). Die Engel bewunderten das neu erschaffene Wesen, das da stand und sich nicht rührte, da es noch keine Seele innehatte. Zwischen dem Zeitpunkt seiner Erschaffung und dem Moment, in dem ALLAH ihm Leben einhauchte, vergingen 40 Jahre. „Wenn Ich ihm von Meinem Geist einhauche und ihn damit zum Leben erwecke, so weise Ich euch an, euch vor ihm niederzuwerfen!“, forderte ALLAH Seine Engel auf:

„Da sprach dein Herr zu den Engeln: „Es ist Mein Wille, einen Menschen aus Ton zu erschaffen. Und wenn Ich ihn gebildet und Meinen Geist in ihn eingehaucht habe, dann fallt vor ihm nieder.““ (38/71 f.)

Nun hauchte ALLAH (SWT) ihm von Seinem Geist ein und der erste Mensch erwachte zum Leben. Dies war Adam, Friede sei mit ihm, Vater der Menschheit und erster Prophet ALLAHS. Das Leben, das durch seine Nase kroch, brachte ihn zum Niesen. Voller Verwunderung beobachteten die Engel ihn und sprachen ihre ersten Worte zu dem Wesen: „Sag ‚alhamdulillah‘, o Adam!“ Und Adam sagte: „Alhamdullilah!“ Sein Schöpfer sprach daraufhin zu ihm: „Möge dein Herr barmherzig mit dir sein (‚yarhamukka rabbuk‘)!“ So wurde Adam von Anbeginn Barmherzigkeit von seinem Herrn zuteil.

Das erste menschliche Gefühl, das Adam (as) beschlich, war Hunger. Er blickte um sich und nahm die prachtvollen Früchte des Paradieses wahr, und noch bevor das Leben vollständig in ihn einkehren und bis zu seinen Füßen gelangen konnte, versuchte er zu den Früchten zu laufen, um davon essen. Zuvor befahl ALLAH (SWT) Adam (as): „O Adam, gehe hin zu den Engeln und grüße sie mit den Worten ‚assalaamu alaikum‘ und sehe, was sie dir antworten werden!“ So tat Adam wie ihm geheißen. Er ging zu ihnen, diesen aus Licht erschaffenen Wesen, und richtete diese großartigen Worte an sie. Darauf antworteten die Engel „wa alaikumu salam wa rahmatullahi wa barakatuhu“. Und ALLAH erklärte ihm: „Dies ist dein Gruß und der Gruß all deiner Nachkommen nach dir.“ Mit diesen Worten strich ALLAH (SWT) Adam über den Rücken, über eine Stelle, von der aus die gesamte Menscheit entspringen sollte. In diesem einen Moment hatte ALLAH (SWT) die Seelen der gesamten Menschheit vor Sich, die, die vor uns existierten, wir und die nun mit uns leben, und nach uns existieren werden bis zum Jüngsten Tag, und nahm von ihnen ihr Zeugnis ab, dass ER allein ihr Gott sei, Der alles erschaffen hat und von Dem alles abhängig ist.

„Und als dein Herr aus den Kindern Adams – aus ihren Lenden – ihre Nachkommenschaft hervorbrachte und sie zu Zeugen gegen sich selbst machte (indem Er sprach): „Bin Ich nicht euer Herr?“, sagten sie: „Doch, wir bezeugen es.“ (Dies ist so) damit ihr nicht am Tage der Auferstehung sprecht: „Siehe, wir wußten nichts davon.““ (7/172)

So wurde die ‚fitra‘ in ihnen eingepflanzt, die natürliche Eingebung jedes Menschen zu wissen, dass es nur einen Allmächtigen gibt, dem alle Ehrerbietung und aller Gottesdienst gebührt. Kein Mensch soll eine Ausrede am Jüngsten Tag haben. Niemand soll behaupten können, dass er von nichts gewusst habe, wenn ALLAH ihn zur Rechenschaft zieht. ALLAH ist der Gerechte und Allweise, der nicht straft, ohne vorher gewarnt zu haben.

ALLAH (SWT) hat Adam von Anfang an mit Wissen ausgerüstet. Wissen, das ihm während seines Lebens nützlich werden würde; es ist nicht so, wie gesagt wird, dass die ersten Menschen unwissende, affenähnliche Wesen gewesen sein sollen, denn dies wird dem Menschen nicht gerecht, den Allah mit Ehre und Verstand erschaffen hat; und mit Wissen, das nicht einmal den Engel zuteil wurde:

„Und Er brachte Adam alle Namen bei, dann brachte Er diese vor die Engel und sagte: “ Nennt mir die Namen dieser Dinge, wenn ihr wahrhaftig seid!“ Sie sprachen: „Gepriesen seist Du. Wir haben kein Wissen außer dem, was Du uns gelehrt hast; wahrlich, Du bist der Allwissende, der Allweise.““ (2/31 f.)

Der Ungehorsam Iblis‘

Jetzt kam der Moment, in dem die Engel vor Adam (a.s.) Sudschud (Niederwerfung) machen sollten. Unter den sich sofort niederwerfenden Engeln befand sich allerdings ein Geschöpf, das stehen blieb; Es war Iblis, der sich weigerte, Adam zu huldigen. Iblis begann schon zuvor, diesen Menschen zu beneiden; nun war es die üble Missgunst, die langsam in seinem Herzen wuchs; Hochmut und Eitelkeit breitete sich in ihm aus, denn er war der Ansicht, besser zu sein, als dieses von Lehm geformte Wesen. Er war einer der Dschinn, aus rauchlosem Feuer erschaffen, aber durfte unter den Engeln im höchsten Himmel verweilen. ALLAH allein weiß, warum er dieses Privileg geniessen durfte. Vielleicht war er besonders wissend, oder einer der ergebensten Dienern unter den Dschinn. Wie auch immer, dieses Privileg nützte ihm nichts. So trug sich die erste ungeheuerliche Sünde in den Himmeln zu: der Ungehorsam Iblis‘, seine Weigerung, sich dem Befehl Allahs zu beugen, sein Hochmut, sein Neid, seine Eifersucht ließen ihn letztendlich tief fallen und zu den Verfluchten gehören:

„Da warfen sich alle Engel nieder, bis auf Iblis. Er wandte sich hochmütig ab und war ungläubig. Er sprach: „O Iblis, was hindert dich daran, dich vor etwas niederzuwerfen, das Ich mit Meinen Händen geschaffen habe? Bist du hochmütig oder gehörst du zu den Überheblichen?“ Er sagte: „lch bin besser als er. Du erschufst mich aus Feuer, und ihn hast Du aus Ton erschaffen.“ Er sprach: „So geh hinaus von hier; denn du bist ein Verfluchter. Und Mein Fluch soll auf dir bis zum Tage des Gerichts lasten.“ (38/73 ff.)

Dies gehört zu den Zeichen, auf die der Mensch achten muss: ein Atom Hochmut im Herzen kann über unser ewiges Schicksal entscheiden. Und so verstieß ALLAH (SWT) Iblis aus den Himmeln, hinaus aus Seiner Barmherzigkeit, verflucht und verstossen; und leider folgten und folgen ihm immer noch viele Menschen genau dahin, nämlich mit ihren Taten und ihrem Ungehorsam, ins Verderben.

Mit der Ausweisung aus dem Paradies wuchs der Hochmut und der Neid und der Ungehorsam im Herzen von Iblis; und anstatt zu bereuen und ALLAH um Vergebung für seinen Ungehorsam zu bitten, verlangte er eine Aufschiebung seiner Strafe bis zum Jüngsten Tag:

„Er sagte: „O mein Herr, gewähre mir eine Frist bis zu dem Tage, an dem sie auferweckt werden.“ Er sprach: „Also, wird dir die Frist gewahrt bis zum Tage einer vorbestimmten Zeit.““ (38/80 f.)

Man muss sich die Auflehnung Iblis‘ vor Augen führen: er wusste, dass ALLAH (SWT) der Herr der Welten ist; er wusste, dass es einen Tag der Auferstehung geben würde; er wusste um das Feuer und um das Paradies, aber dennoch blieb er seinem Ungehorsam und seiner Ungerechtigkeit verhaftet; und nicht nur das: er versprach – er schwor regelrecht bei ALLAH selbst – sein Bestes zu geben, so viele von den Kindern Adams mit in die Irre zu nehmen, wie es ihm möglich sein würde:

„Er sagte: „Bei Deiner Erhabenheit, ich will sie sicher alle in die Irre führen. Ausgenommen (davon sind) Deine erwählten Diener unter ihnen.““(38/79)

Und passend zum Charakter des Iblis‘ kommt zu seinem Ungehorsam noch die fehlende Einsicht. Er klagt ALLAH (SWT) sogar an, dass Er ihn habe abirren lassen:

„Er sagte: „Darum, dass Du mich hast abirren lassen, will ich ihnen gewiß auf Deinem geraden Weg auflauern. Dann will ich über sie von vorne und von hinten kommen, von rechts und von links, und Du wirst die Mehrzahl von ihnen nicht dankbar finden.“ Er sprach: „Hinweg mit dir, (sei) verachtet und verstoßen! Wahrlich, wer von ihnen dir folgt – Ich werde mit euch allesamt Gahannam füllen.““(7/15)

Von allen Seiten will Iblis den Kindern Adams auflauern, nur nicht von oben, da ALLAH über ihren Köpfen ist. Und wie wir Menschen heute sehen können, haben Iblis und seine Armee von Schayatin viele Mittel und Wege gefunden, die Menschen von ihrem wahren Ziel abzulenken, nämlich ALLAH (SWT) Allein zu dienen und Ihm gehorsam zu sein; der verfluchte Iblis lässt die Menschen ALLAH (SWT) vergessen, er macht ihnen Angst, z.B. davor, sich öffentlich zu ihrem Schöpfer zu bekennen und zu seiner Religion zu stehen, oder aus Angst vor Armut mit unerlaubten Dingen Geld zu machen, und er lässt ihre üblen Taten in einem guten Licht erscheinen. Vor allem junge Menschen leitet er dadurch in die Irre, in denen er sie glauben lässt, dass sie noch Zeit hätten, ihr Leben zu leben, bevor sie sich ganz der Religion ALLAHS widmen. So begehen sie eine Sünde nach der anderen, verlassen das Gebet und brechen ihre Verbindung zu ALLAH ab, und meinen trotzdem, sie wären gute Menschen und hätten noch Zeit, sich zu ändern. Wer aber hat ihnen denn versprochen, dass sie überhaupt lange genug leben würden?

Die Erschaffung Hawwas

Was nun aber Adam (as) angeht, so hat ihm ALLAH das Paradies gewährt; ein Ort, der so unvorstellbar schön ist, an dem es nichts gibt, was wir Menschen mit Schlechtem, Unangenehmen, Gefährlichem in Verbindung bringen würden. So verbrachte er (as) seine Zeit im Paradies, und erfreute sich an seiner Schönheit, seiner Überfülle und all dem, was es zu bieten hat, bis er die Bitterkeit der Einsamkeit zu spüren begann. Allah (SWT), der über alle Dinge Wissen hat, und weiß, was dem Menschen zugute kommt und was ihm schadet, bestimmte sodann eine Gefährtin für Adam, um dessen Einsamkeit zu beenden. Denn die Natur des Menschen ist so beschaffen, dass er nicht lange Zeit allein sein kann. Er sehnt sich nach Gefährten, nach Gemeinschaft und nach Nähe. So geschah es, dass Adam (as), als er aus einem Schlummer erwachte, zu seiner Verwunderung ein weiteres menschliches Geschöpf bei sich im Paradies vorfand: eine wunderbare Schöpfung ALLAHS aus einer Rippe Adams geformt. Adam (as) fragte dieses Geschöpf erstaunt, wer sie sei und woher sie komme. So antwortete sie ihm darauf: „Ich bin eine Frau und ALLAH hat mich erschaffen, damit du mir beiwohnst.“ Die Engel, die dies bemerkten, fragten Adam, um sein Wissen zu prüfen: „Wie heißt sie, o Adam?“ Er erinnerte sich sodann an all das, was ALLAH ihn nach seiner Erschaffung gelehrt hat und erwiderte: „Sie heißt Hawwa‘!“ „Warum gerade Hawwa‘?“ wollten die Engel wissen. „Weil sie aus etwas Lebendigem erschaffen wurde.“

Der Abstieg aus dem Paradies

Beide lebten von da an gemeinsam im Paradies in Wonne und Glückseligkeit. ALLAH erlaubte ihnen den Genuss aller Gaben, jedoch vor nur Einem warnte Er sie:

„O Adam, weile du mit deiner Gattin in dem Garten und esset, wovon immer ihr wollt, nur nähert euch nicht diesem Baum, sonst werdet ihr Ungerechte sein.“ (7/19)

ALLAH nannte Adam (as) also eine wichtige Bedingung, die er einzuhalten hatte, um ewig im Paradies weilen zu dürfen. Aber der Koran klärt uns an mehreren Stellen darüber auf, dass Adam und seine Gefährtin Hawwa‘ (möge der Frieden ALLAHS auf beiden sein) diesem Gebot leider zuwiderhandelten:

„Doch Satan flüsterte ihnen Böses ein, um ihnen das kundzutun, was ihnen von ihrer Scham verborgen war. Er sagte: „Euer Herr hat euch diesen Baum nur deshalb verboten, damit ihr nicht Engel oder Ewiglebende werdet.“ Und er schwor ihnen: „Gewiss, ich bin euch ein aufrichtiger Ratgeber.“ So verführte er sie durch Trug. Und als sie von dem Baum kosteten, wurde ihnen ihre Scham offenbar und sie begannen, sich mit den Blättern des Gartens zu bekleiden; und ihr Herr rief sie: „Habe Ich euch nicht diesen Baum verwehrt und euch gesagt: »Wahrlich, Satan ist euer offenkundiger Feind«?“ Sie sagten: „Unser Herr, wir haben gegen uns selbst gesündigt; und wenn Du uns nicht verzeihst und Dich unser erbarmst, dann werden wir gewiss unter den Verlierern sein.“ Er sprach: „Hinab mit euch; die einen von euch seien der anderen Feinde. Und es sei euch auf der Erde (nur) ein Aufenthaltsort und eine Versorgung auf Zeit bestimmt.“ Er sprach: „Auf ihr sollt ihr leben, und auf ihr sollt ihr sterben, und aus ihr werdet ihr (wieder) hervorgebracht werden.“ (7/20 ff.)

Und an einer anderen Stelle lesen wir Ähnliches:

Und wahrlich, Wir schlossen zuvor einen Bund mit Adam, aber er vergaß (ihn); Wir fanden in ihm kein Ausharrungsvermögen. Und als Wir da zu den Engeln sprachen: „Werft euch vor Adam nieder“, da warfen sie sich nieder, außer Iblis. Er weigerte sich. Sodann sprachen Wir: „O Adam, dieser ist dir und deiner Frau ein Feind; (achtet darauf,) dass er euch nicht beide aus dem Garten treibt! Sonst würdest du unglücklich sein. Es ist für dich gesorgt, dass du darin weder Hunger fühlen noch nackt sein sollst. Und du sollst darin nicht dürsten noch der Sonnenhitze ausgesetzt sein.“ Jedoch Satan flüsterte ihm Böses ein; er sagte: „O Adam, soll ich dich zum Baume der Ewigkeit führen und zu einem Königreich, das nimmer vergeht?“ Da aßen sie beide davon, so dass ihnen ihre Blöße ersichtlich wurde, und sie begannen, Blätter des Gartens über sich zusammenzustecken. Und Adam befolgte das Gebot seines Herrn nicht und ging irre. Hierauf erwählte ihn sein Herr und wandte Sich ihm mit Erbarmen und Rechtleitung zu. Er sprach: „Geht von hier allesamt hinunter, der eine von euch soll des anderen Feind sein! Und wenn Meine Führung zu euch kommt, dann wird der, der Meiner Führung folgt, nicht zugrunde gehen, noch wird er Unglück erleiden. Und dem, der sich jedoch von Meiner Ermahnung abkehrt, wird ein Leben in Drangsal beschieden sein, und am Tage der Auferstehung werden Wir ihn blind vor Uns führen.“ (20/115 ff.)

So kam es letztendlich, dass der erste Mensch und seine Gefährtin das Paradies verlassen mussten, um ihr Leben auf Erden zu meistern, mit dem Wissen, mit dem Adam (as) von seinem Schöpfer ausgestattet wurde. Von da ab beginnt auch unsere Geschichte und die unserer Vorväter und endet nicht bis zum Jüngsten Tag.

#Follow_the_Sunnah_اتبع_السنة #Ismail_Danica

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen